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Frauengesundheit 4 Min. Lesezeit

Omega-3 in Schwangerschaft und Stillzeit: DHA-Bedarf verständlich erklärt

Amber Schimpf

Amber Schimpf

Heilpraktikerin

Wie viel DHA in Schwangerschaft und Stillzeit sinnvoll ist, ob Fisch, Fischöl oder Algenöl besser ist und worauf Sie bei Sicherheit achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

Wie viel DHA sollte ich in der Schwangerschaft aufnehmen?
Fachgesellschaften empfehlen etwa 200 Milligramm DHA pro Tag zusätzlich zur üblichen Omega-3-Zufuhr. Die Aufnahme von DHA durch die Mutter trägt zur normalen Entwicklung von Gehirn und Augen beim Kind bei.
Fisch, Fischöl oder Algenöl?
Fetter Seefisch liefert DHA und EPA, sollte aber quecksilberarm sein. Algenöl ist eine vegane, quecksilberfreie DHA-Quelle. Leinöl und Chia liefern nur die Vorstufe ALA, die der Körper kaum in DHA umwandelt.
Reicht eine normale Ernährung aus?
Nur, wenn regelmäßig fetter Seefisch auf dem Teller liegt. Viele erreichen die empfohlene Menge nicht, dann kann ein geprüftes Präparat sinnvoll sein.

In Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf an der Omega-3-Fettsäure DHA. Fachgesellschaften empfehlen etwa 200 Milligramm DHA pro Tag zusätzlich zur üblichen Omega-3-Zufuhr, weil die Aufnahme von DHA durch die Mutter zur normalen Entwicklung von Gehirn und Augen beim Fötus und beim gestillten Säugling beiträgt. Am einfachsten decken Sie das über fetten Seefisch oder ein geprüftes Präparat.

Viele Schwangere erreichen diese Menge nicht. Dieser Artikel erklärt, wie viel DHA sinnvoll ist, welche Quelle sich am besten eignet, also Fisch, Fischöl oder Algenöl, und worauf Sie bei Sicherheit und Qualität achten sollten.

Wie viel DHA brauchen Schwangere und Stillende?

Empfohlen werden rund 200 Milligramm DHA pro Tag zusätzlich zu der für Erwachsene üblichen Omega-3-Zufuhr. Der Grund liegt in der Entwicklung des Kindes: DHA ist ein Baustein für Gehirn, Augen und Nervensystem. Im letzten Schwangerschaftsdrittel lagert der Körper des Kindes besonders viel DHA in das wachsende Nervengewebe ein, deshalb ist eine gleichmäßige Versorgung über die gesamte Zeit wichtig.

DHA und EPA gehören zu den langkettigen Omega-3-Fettsäuren. DHA ist in Schwangerschaft und Stillzeit besonders relevant für die empfohlene Zufuhr. EPA ist eine weitere langkettige Omega-3-Fettsäure und kommt häufig gemeinsam mit DHA in fettem Fisch und Fischöl vor. Alpha-Linolensäure (ALA) ist die pflanzliche Vorstufe. Der Körper kann ALA nur begrenzt in EPA und DHA umwandeln, deshalb lässt sich eine empfohlene DHA-Zufuhr nicht einfach durch Leinöl oder Chia ersetzen.

Der zugelassene Wortlaut fasst es nüchtern zusammen: Die Aufnahme von DHA durch die Mutter trägt zur normalen Entwicklung von Gehirn und Augen beim Fötus und beim gestillten Säugling bei. Das ist kein Versprechen auf ein besonders kluges Kind, sondern die Beschreibung einer normalen, gesunden Entwicklung.

Woher bekomme ich DHA am besten?

Es gibt zwei gute Wege. Der erste ist fetter Seefisch, ein- bis zweimal pro Woche, etwa Lachs, Hering oder Sardine. Der zweite ist ein geprüftes Präparat, als Fischöl oder als Algenöl. Nicht geeignet sind dagegen Leinöl und Chia: Sie liefern nur die pflanzliche Vorstufe ALA, die der Körper kaum in DHA umwandelt.

DHA aus Fisch, Fischöl oder Algenöl?

Leinöl und Chia liefern die Vorstufe ALA, die der Körper nur begrenzt in DHA umwandelt. Für die DHA-Versorgung eignen sich daher fettreicher Fisch oder ein geprüftes Fisch- beziehungsweise Algenöl.
Fetter SeefischAlgenöl oder Fischöl
LiefertDHA und EPA, dazu weitere Nährstoffegezielt DHA (Algenöl) oder DHA plus EPA (Fischöl)
Zu beachtenquecksilberarme Fische wählen, Schwertfisch und große Thunfische meiden, kein roher Fischauf Reinheit und Prüfung achten
Für wenwer regelmäßig Fisch magwer keinen Fisch isst oder sich vegan ernährt (Algenöl)

Welchen Fisch sollte ich essen und welchen nicht?

Empfehlenswert ist fettreicher, quecksilberarmer Seefisch wie Lachs, Hering, Makrele und Sardine. Er liefert reichlich DHA und dazu EPA. Meiden sollten Sie in der Schwangerschaft quecksilberreiche Fische wie Schwertfisch und große Thunfische in größeren Mengen, weil sich Quecksilber im Nervensystem des Kindes anreichern kann. Roher Fisch ist wegen der Infektionsgefahr ebenfalls tabu.

Fisch aus der Dose kann grundsätzlich in die Fischwahl einbezogen werden. Bei Konserven hängen mögliche Stoffübergänge von Lebensmittel, Beschichtung, Lagerung und Zustand der Dose ab. Eine pauschale Warnung vor Aluminium lässt sich daraus nicht ableiten. Beschädigte oder aufgeblähte Dosen sollten nicht verwendet werden; geöffnete Konserven gehören in ein geeignetes Gefäß und in den Kühlschrank.

Wer keinen Fisch mag oder sich vegan ernährt, ist mit Algenöl gut versorgt. Es liefert DHA direkt aus der Mikroalge, ohne den Umweg über den Fisch und ohne die Sorge um Meeresschadstoffe.

Wichtig ist mir dabei die Abstimmung: In der Schwangerschaft läuft alles Hand in Hand mit der gynäkologischen Betreuung, nie daran vorbei. Fettlösliche Nährstoffe wie DHA werden zudem am besten zu einer Mahlzeit aufgenommen. Mehr zum ganzheitlichen Blick auf den weiblichen Körper auf der Seite Frauenheilkunde in Köln , passend dazu die Ratgeber Kinderwunsch und Mikronährstoffe und Ferritin bei Frauen .

Ich rate in der Schwangerschaft nicht pauschal zu einer Omega-3-Einnahme, sondern schaue zuerst auf die Ernährung und, wenn sinnvoll, auf den Omega-3-Index im Blut. So sehe ich, was tatsächlich fehlt, ob eher EPA, DHA oder die pflanzliche Alpha-Linolensäure, statt einfach ins Blaue hinein zu dosieren. Wenn eine Ergänzung sinnvoll ist, empfehle ich in der Regel Algenöl statt Fischöl. Das ist für mich die pflanzliche Alternative mit einem guten EPA- und DHA-Verhältnis, und ich muss mir keine Gedanken über Herkunft und Belastung von Fischbeständen machen. Wichtig ist mir, dass ein Präparat zur jeweiligen Situation passt und in der Schwangerschaft geeignet ist.

Fazit

In Schwangerschaft und Stillzeit lohnt der Blick auf die DHA-Versorgung, weil sie zur normalen Entwicklung von Gehirn und Augen des Kindes beiträgt. Rund 200 Milligramm DHA täglich zusätzlich sind das Ziel, am besten über quecksilberarmen Seefisch oder ein geprüftes Fisch- oder Algenöl. Wer unsicher ist, lässt den Omega-3-Index bestimmen und ergänzt gezielt.

Sie sind schwanger oder stillen und möchten Ihre Omega-3-Versorgung sinnvoll einordnen? Vereinbaren Sie einen Termin in meiner Kölner Praxis, ergänzend zu Ihrer gynäkologischen Betreuung.

Häufige Fragen

Ab wann sollte ich auf DHA achten?
Am besten schon vor und dann während der gesamten Schwangerschaft und in der Stillzeit. Im letzten Drittel ist der Bedarf besonders hoch, weil das Gehirn des Kindes stark wächst.
Ist Algenöl so gut wie Fischöl?
Für die DHA-Versorgung ja. Algenöl ist meist DHA-dominant und quecksilberfrei, Fischöl liefert zusätzlich EPA. Beide sind bei guter Herstellung geeignet.
Welchen Fisch sollte ich meiden?
Quecksilberreiche Fische wie Schwertfisch und große Thunfische in größeren Mengen sowie rohen Fisch. Fettreicher, quecksilberarmer Seefisch wie Lachs, Hering und Sardine ist dagegen empfehlenswert.
Kann zu viel Omega-3 schaden?
Sehr hohe Dosen können die Blutgerinnung beeinflussen. Deshalb gilt: normale Mengen anstreben und die Einnahme vor einer Operation oder bei blutverdünnenden Medikamenten ärztlich abklären.
Kann ich Fisch aus der Dose essen?
Fisch aus der Dose kann grundsätzlich eine praktische Fischquelle sein. Achten Sie auf unbeschädigte Dosen und eine passende Lagerung. Mögliche Stoffübergänge aus der Innenbeschichtung hängen von Dose, Lebensmittel und Lagerung ab; eine pauschale Aluminiumwarnung lässt sich daraus nicht ableiten. Nach dem Öffnen sollte der Fisch in ein geeignetes Gefäß umgefüllt und gekühlt aufbewahrt werden.